Erste Eindrücke von der neuen Sony ILCE Alpha 9

Sony hatte am vergangenem Donnerstag zur Preisverleihung des Sony World Photography Awards im Rahmen eines Gala-Dinners in London eingeladen und bei dieser Gelegenheit anwesenden Händler die neue Alpha 9 präsentiert. So hatte ich Gelegenheit die neue Kamera einmal selbst in die Hand zu nehmen und auszuprobieren.

Zunächst zu den Features: Die Kamera ist als Top-Profimodell mit E-Mount Anschluss oberhalb der 7er Serie angesiedelt. Der Hersteller hat sich an den Flaggschiff-Modellen der Konkurrenz orientiert, um diese dann technisch zu überholen.

Sensor:

Der 24,2 MPixel Vollformatsensor ist eine komplette Neuentwicklung: er ist rückwärtig beleuchtet und besteht aus mehreren Schichten, was extrem schnelles Auslesen, einen hohen Dynamikumfang und einen großen ISO Bereich (100–51200, der auf 50–204800 erweiterbar ist) ermöglicht.

Autofokus und Geschwindigkeit:

Durch den Verzicht des Spiegels sind Serien mit 20 Bildern pro Sekunde mit AF-Tracking und ohne Dunkelphase möglich. Ein neuer, extrem schneller Bildprozessor kann diese enormen Bilddaten zügig verarbeiten. Sonys neuen SD-Speicherkarten mit UHS II Klassifizierung und 299 MB/Sekunde Speichergeschwindigkeit tragen zum schnellen Verarbeitungsprozess bei. 693 AF-Meßpunkte, die sich auf ca. 93% des Bildes verteilen, ermöglichen eine präzise und zuverlässige Schärfenachführung bei bewegten Objekten. „Eye-AF“ ist eines der interessantesten Features, bei dem die Kamera das Sucherbild analysiert und Augen im Motiv sucht. Einmal erfasst „klebt“ der Autofokus förmlich am Auge und verfolgt dieses auch bei heftigen Bewegungen. Dies lässt sich nicht nur bei Porträts, sondern auch im Presse- und Sportbereich sehr gut einsetzen, wenn es um die Gesichter der Akteure geht. 

Verschluss:

Sony A9 Shutter

Profilike arbeitet dieser leise und vibrationsarm. Er ist für bis zu 500.000 Auslösungen ausgelegt. Neben dem mechanischen Verschluss, den man hauptsächlich zum Blitzen benötigt, steht der lautlose elektronisch Verschluss zur Verfügung. Erstmalig ist dieser „distorsion free“, d.h. es kommt zu keinen Bildverzerrrungen bei schnellen Bewegungen mehr. Verschlusszeiten von bis zu 1/32 000 Sekunde werden so möglich. Nicht nur bei Konzertveranstaltungen, auch im Sport, wenn sich die Akteure konzentrieren müssen ist der geräuschlose Verschluss ein absolutes „Muss“ , möchte man als Fotograf nicht unangenehm auffallen.

Weitere neue Profifeatures:

Die Akkus wurden überarbeitet und haben jetzt 2,2 mal mehr Kapazität als die Vorgänger, der elektronische Sucher verfügt über 3.686.000 Pixel und eine Bildwiederholfrequent von schnellen 120 fps, der im Gehäuse verbaute 5-Achsen Bildstabilisator ist quasi mit jedem Objektiv nutzbar. Zwei SD-Kartenslots stehen nun zur Verfügung, neben den Standardanschlüssen sind eine Blitzbuchse und der LAN-Anschluss hinzugekommen. Neu sind auch der kleine Joystick am rechten Bildrand zur Navigation im Menü und AF-Feld Auswahl, sowie der Touch Screen. Die „My Menu“ Funktion, die das Zusammenstellen von eigenen Menüs erlaubt, wurde nun, wie bei der Konkurrenz, ebenfalls integriert.

Erste Eindrücke vom Vorserienmodell:

Nach einem sehr unterhaltsamen Vortrag von Yosuke Aoki standen einige Prototypen zum Testen bereit. Wer, wie ich die 7er Serie kennt, wird mit der Alpha 9 keinerlei Probleme haben was das Handling und die Menüführung angeht. Alles am gewohnten Ort, etwas größer, stabiler und um einige Features ergänzt. Da wäre z.B. das linke obere Drehrad, mit dem man Einstellungen zum AF und zur Bildfrequenz vornehmen kann und der größere Handgriff, der mit der optionalen Griffverlängerung WGP-x1EM nochmals nach unten hin verlängert werden kann. Oder man entscheidet sich für den Hochformatgriff, der zwei der neuen NP-FZ100 Akkus aufnehmen kann. Der Autofokus und die Geschwindigkeit sind Wahnsinn! Einmal anvisiert klebt die Schärfe quasi am Objekt. Je nach Einstellung wird die aktuelle Position durch mehrere kleine oder ein großes Rechteck im Sucher angezeigt. Lässt man sich Serien mit 20 Bildern pro Sekunde später im Play Modus anzeigen, wirken diese wie gestochen scharfe Filme in Zeitlupe.

Fazit:

Wie andere innovative Hersteller auch verabschiedet sich Sony vom alten Spiegelkonzept in der Profiliga und zeigt wo es technologisch hingeht: Elektronischer Sucher, Rechenpower und die besten Sensoren am Markt. Ergänzt wird diese Konzept mit den neuen Profiobjektive der G-Master Serie.

Apropos, Sony hat für Juli das neue, professionelle FE-MOUNT 100-400/4,5-5,6 GM OSS angekündigt, welches auch in Lodon schon zu als Vorserienmodell zu sehen war. Es ist optisch hervorragend, bildstabilisiert, konvertertauglich, arbeitet perfekt mit dem AF-System des Gehäuses zusammen und ist zudem kompakt und leicht. Mit der neuen A9 bringt das Komplettsystem so nur knapp über 2kg auf die Waage!

  • Die Sony Alpha 9 wird Ende Mai für 5.299,- EURO (inkl. MWSt.) auf den Markt kommen.
  • Das Sony FE-MOUNT 100-400/4,5-5,6 GM OSS folgt im Juli für 2.899,- EURO (inkl. MWSt.).

Ab sofort können Sie beide Neuheiten bei uns telefonisch (08178-1311) oder per E-Mail vorbestellen.

Im Online-Shop finden Sie die neue SONY Alpha 9 hier und das FE 100-400/4,5-5,6 GM OSS hier

One thought on “Erste Eindrücke von der neuen Sony ILCE Alpha 9

  1. Großartiger und sachlicher Artikel Jan.

     Die A9 hat wirklich sehr viel positives dazu bekommen. Bin sehr gespannt ob es irgenwann eine A9R geben wird?!

    Vielen Dank für Deinen Bericht!

    Liebe Grüße Jörg

    Antworten

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