CANON EOS 5D Mark III – erste Eindrücke

Letzten Montag bei Isarfoto: Gregor Hermanns (Canon CPS) und Manfred Pfab (Canon Außendienst) zeigen uns die neue EOS 5D Mark III. Zusammen mit den anwesenden Kunden, darunter Profifotograf John Mc Dermott aus San Francisco wird die neue Vollformatkamera sofort ausgiebig getestet und die Neuerungen diskutiert.

Im Vergleich zur “alten” 5D Mark II hat sie ja kaum an Auflösung zugelegt, wohl aber im Bereich Autofokus (61 statt 9 Messfelder, genau wie das zukünftige Topmodell, die EOS 1D X), Seriengeschwindigkeit (6 statt 3,9 B/s), High ISO Bereich (erweitert bis 102.400 statt 25.600) , Videotechnik (24, 25 und 30 B/s und Komprimierung einstellbar plus Kopfhörerausgang zur Beurteilung der manuellen Tonaussteuerung) sowie zwei Slots für SDHC/SDXC- und CF-Speicherkarten. Das Vorgängermodell kann nur CF-Speicherkarten aufnehmen. Überhaupt wurde die 5D technisch gründlich modernisiert, ein neuer Prozessor Digic 5+ wurde für die schnelle Bildverarbeitung und -Speicherung (mit Unterstützung der UDMA 7 Technologie) sowie für die Steuerung des komplexen AF-Systems nötig. Die EOS 5D Mark III hat eine modernisierte Menü-Struktur bekommen und es wurden komplett neue Funktionen hinzugefügt z.B. das Erstellen von HDR-Aufnahmen inkl. Tonemapping in der Kamera (die Einzelbilder können aber auch zusätzlich gespeichert werden), die Mehrfachbelichtung wie in analogen Zeiten und die Korrektur von chromatischer Aberration, was mit Objektiv-Profilen funktioniert.

Jetzt aber zu unseren rein subjektiven Eindrücken beim Handling der neuen Kamera. Wer die “alte” 5D Mark II gewohnt ist wird sich vielleicht nicht auf Anhieb zurecht finden. Der Ein-Ausschalter ist jetzt oben links plaziert und es gibt einen eigenen Knopf für LiveView / Video wie bei der 7D. Unter dem Jog Dial findet man eine Q-Taste für den schnellen Zugriff auf die wichtigsten Kamerafunktionen und die “RATE” Taste gibt Rätsel auf. Nach ein wenig Probieren kommen wir aber drauf: man kann beim Betrachten der gemachten Aufnahmen Bewertungen, sprich Sternchen, mit dieser Taste vergeben. Auch eine geteilte Ansicht “Auswahl – Favorit” ist möglich. Überhaupt, das neue Display, der Monitor auf der Rückseite, ist etwas größer und bildet schärfer ab als beim Vorgängermodell. Die Kamera selber ist etwas runder, schwerer und größer als die Mark II. Damit liegt sie besser in der Hand. Zudem hat sie Gummidichtungen, wie man es nur aus der 1D Serie kennt. Auch die Klappe der Speicherkartenslots macht jetzt einen deutlich solideren Eindruck – profilike eben. Im Sucher lässt sich eine Gitterstruktur bei Bedarf zuschalten – ideal in der Landschafts- und Architekturfotografie.

Die hier im Laden gemachten Aufnahmen haben uns gänzlich überzeugt: Es wurde ein komplett neuer Sensor verbaut, der extrem rauscharme und hervorragend durchgezeichnete Ergebnisse produziert. Laut Canon wurden die Abstände zwischen den Pixeln weiter reduziert, sodass mehr Licht aufgenommen werden kann. Leider mussten wir die Testaufnahmen des Vorserienmodells nach Begutachtung wieder löschen – eine Vorgabe des Herstellers.

Unser Fazit: Aus der “alten” 5D, die erste Wahl für langsame Disziplinen wie Landschaft und Studio war ist nun eine Allrounderin geworden, die sicherlich auch im schnellen Sport- oder Pressebereich eine extrem gute Figur abgeben wird. Die Bezeichnung 5D passt jetzt irgendwie nicht mehr so richtig, besser Canon hätte diese Kamera 3D genannt, in Erinnerung an die analoge EOS 3, die 1998 die beste Alternative zur damaligen 1er Serie war.

One thought on “CANON EOS 5D Mark III – erste Eindrücke

  1. Ein 5D2 Gehäuse, leicht größer und schwerer, mit den Innovationen einer 7D, Zonenautofokus mit 61/41 AF Feldern anstelle 9 (die unsichtbaren der 5D2 lasse ich mal weg), eine AF Geschwindigkeit einer EOS 1D MK4 und leichter Wasserabdichtung. Dazu ein neuer Sensor mit 2 Stufen Rauschminderung und 6 Bilder/Sek
    …was braucht man mehr?
    Ich denke, das wird DIE Reportagekamera der nächsten Jahre werden.

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