Photokina 2012 # 4
Nach den ersten Tagen kann man mit Fug und Recht behaupten, die Fotografie hat nichts von ihrem Reiz für die Besucher verloren. Während der erste Messetag noch mit relativ verhaltenem Besucherandrang die eine oder andere Frage aufwarf, kamen dann wirklich die erwarteten Mengen an Besuchern. Sicher nicht in jeder Halle, aber besonders bei den großen Herstellern CANON ( Halle 3.2) und NIKON ( 2.2) waren die Besucherströme so dicht, dass teilweise deutliche Wartezeiten entstanden, bis man an die Geräte herankam. Ähnlich war es auch immer in der Halle 2.1, die mit Ausstellern wie ZEISS, Novoflex, HASSELBLAD echte Publikumsmagneten hat. Aber zeitweise war auch hier der Durchgang zwischen dem PCP-Stand und thinkTANKphoto kaum zu passieren, teilweise auch durch die vielen Zuhörer bei den attraktiven Vorträgen am PCP-Stand.
Wer aus den vollen Gängen dieser Hallen dann die Rolltreppe in Halle 1 hinauffährt, ist nach wenigen Schritten in einer völlig anderen Welt. LEICA hat dieses Mal die gesamte Halle angemietet – bitte fragen Sie nicht nach den Kosten – und Einzigartiges geleistet. Die gedämpfte Atmosphäre, die minimalistische, aber sehr klare Standarchitektur (Grosse, fast raumhohe weisse Buchstaben X, M und S weisen direkt zu den Beratungstheken der jeweiligen Kameraserie, der Rest der Halle verliert sich im Schwarz). Nach dem Technik-Bereich kommt ein ebenso großer Raum mit Ausstellungen bekannter LEICA Fotografen und eine große Bühne mit Live-Vorträgen.
Allein die Stille dieser Bereiche, kombiniert mit den Bildern der fotografischen Ikonen verleiht dem Ganzen so etwas wie das Gefühl, dass LEICA hier einen – wie mein Freund John McDermott aus USA sagte – “Tempel der Fotografie geschaffen hat, im Gegensatz dazu wirken die anderen Hallen fast wie ein Basar”. Wie Recht er hat – die Leistung des LEICA Teams rund um Gundula Schütze hat wirklich Außerordentliches vollbracht, das in zwei Jahren schwer zu toppen sein dürfte.
Das Wochenendeauf der Photokina ist traditionell eher den Amateur-Besuchern aus Nah und Fern vorbehalten – wir lassen uns gerne von einem großen Andrang überraschen.


