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Der bunte LEICA Abend endet Monochrom

von isarfoto an 10. Mai 2012

Schon seit Wochen herrschte große Aufregung in Solms, alle LEICA Mitarbeiter waren zum Stillschweigen verdonnert worden, nicht einmal Andeutungen über die neuen Produkte, die in einer großen Galavorstellung am 10.Mai in Berlin gezeigt werden sollten, waren zu erhalten. Umso spannender waren die Facebook und Twitternachrichten der geladenen Prominenz im Vorfeld dieser Veranstaltung – bis dann um 21 Uhr das Embargo endete und die Presseerklärungen von LEICA veröffentlicht werden durften.

Copyright: LEICA CAMERA AG

Wie erwartet erblickte eines der erstaunlichsten Nischenprodukte der großen High-End-Technik an diesem Abend das Licht der Welt: die LEICA M – Monochrom – ausgestattet mit einem reinen Schwarz-Weiß-Sensor mit 18 MP erlaubt diese Kamera lupenreine B&W-Fotografie in Vollendung.

Natürlich polarisiert eine solche Kamera, denn der bisher geübte Weg der Umsetzung von farbigen Bilderergebnissen in Graustufen per Software ist ja heute nicht mehr als ein Mausklick – warum dann eine Hardwarelösung? Und die dann auch noch auf einem Preisniveau von knapp 7.000 EURO – aber die Puristen werden jubeln, denn die Bildergebnisse sind im wahrsten Sinne des Wortes “outstanding”.

Copyright: LEICA CAMERA AG

Wenn die Schwarz-Weiß-Fotografie heute bereits zu einer Kunstrichtung geworden ist, dann ist diese neue LEICA M-Monochrome der neue Schlüssel für den Zugang in diese Welt. Geschaffen für Künstler und Kunstliebhaber – und die fragen nicht nach profanen Computerlösungen, sondern erliegen der emotionellen Faszination dieser Kamera. Chapeau Leica!

Copyright: LEICA CAMERA AG

Weitere Produkte, die LEICA im Rahmen dieser Gala vorgestellt hat, sind nicht minder spektakulär:
mit dem neu gerechneten APO-Summicron-M 2,0/50 ASPH erhält der Markt ein neues Referenzobjektiv, das die Grenze des optisch Machbaren nochmals um eine Stufe nach oben verschiebt.

Nach langen Jahren der Vorankündigung soll es jetzt im Herbst endlich soweit sein – die S-Objektive werden dann alle auch mit einem eingebauten Zentralverschluss als “CS”-Versionen angeboten. LEICA garantiert 100.000 Auslösungen für diesen in Eigenregie entwickelten Verschluss. Der Aufpreis liegt bei 1.000 EURO gegenüber der “normalen” S-Objektiv-Version.

Copyright: LEICA CAMERA AG

Für mich die eigentliche Sensation des Abends ist aber der neue S-Adapter H – er ermöglicht die Verwendung der HASSELBLAD H-Objektive mit VOLLER FUNKTION  (Autofocus, Zentralverschluss und automatische Blende) an dem S-2 Gehäuse – zum Preis von  1.500 EURO fast ein Schnäppchen, wenn man den praktischen Nutzen dieses Adapters sieht. Hier wird es bei Hasselblad-Besitzern bald ein Umdenken geben, denn die LEICA S 2 bietet ein komplett anderes Bedienungskonzept als die Hasselblad-Kameras und ist für viele fotografische Aufgaben besser konzipiert. Wie schwer muss sich die LEICA Mannschaft getan haben, um intern einen solchen Paradigmenwechsel durchzusetzen: fremde Objektive mit voller Funktion am Flagschiff des eigenen Hauses! Aber die Praxis wird ihnen Recht geben, denn so wird sich der Anwenderkreis der S-2-Kamera sehr schnell deutlich erweitern.

Copyright: LEICA CAMERA AG

Nachtrag (15.5.2012) : Kommentar eines Lesers:

Gute Miene: Hasselblad begrüßt den Leica-H-Adapter

Wie würde Hasselblad auf den Leica-H-Adapter für die Leica S2 reagieren, stand als Frage im Raum, als Leica Camera am vergangenen Donnerstag den Adapter vorgestellt hat, der die von Fujifilm produzierten Hasselblad-H-Objektive mit allen Funktionen an der Leica S2 nutzbar macht.

Es gibt bislang keinerlei Hinweise darauf, dass das heute in Kopenhagen ansässige Unternehmen an der Entwicklung des Leica-H-Adapters beteiligt war. Mit der vor einigen Jahren von Hasselblad umgesetzten Abkehr vom offenen System waren die Hasselbladobjektive in der jüngsten Vergangenheit nur noch mit den eigenen H-Rückteilen an den H-Kameras nutzbar. Der H-Adapter öffnet das H-System zumindest für die Objektive wieder für ein weiteres Kamerasystem.

Hasselblad äußert sich zu diesem Thema wie folgt:

Kopenhagen, 14. Mai 2012

Hasselblad Objektive als beste Wahl anerkannt

Nach einem Beschluss der Firma Leica, einen neuen, mit den Objektiven des Hasselblad H Systems kompatiblen Adapter auf den Markt zu bringen, sagte Hasselblads Vorstandsvorsitzender und CEO Dr. Larry Hansen: „Wir freuen uns über Leicas Entscheidung, einen Adapter einzuführen, der den Kunden des Unternehmens die überzeugende Möglichkeit eröffnet, sich die anerkannte ultimative Überlegenheit unserer Objektive des Mittelformat H Systems zu eigen zu machen.

Alle Hasselblad Objektive sind nach anspruchsvollsten und genauesten Standards entwickelt und hergestellt, und kritische Fotografen in der ganzen Welt wissen genau, dass die Bildqualität einer Kamera nur so gut sein kann wie die des Objektivs, das das Bild abbildet.“

 

 

Natürlich nicht unerwähnt bleiben soll die neue LEICA X-2 (LEICA betont: “Made in Germany”) für 1.750 EURO, die die Nachfolge der X-1 antritt, sowie die Kompaktkamera V-Lux 40. Und für den verwöhnten Sammler wurden limitierte Editionen der LEICA M 9 P zwischen 20.000 und 40.000 EURO gezeigt, die aber sicher jetzt schon alle für die LEICA Sammlerarchive vorbestellt sein dürften. Eine neue Firmware 1.0.3.3. für die S-2 rundet das Bild der Neuvorstellungen erfolgreich ab.

Dieses gelungene Produktpotpuri lässt die Erwartung für die PHOTOKINA im September noch weiter ansteigen – wer sich zu solchen Produkten bekennt, der hat noch mehr zu bieten – es bleibt sehr spannend!

 

Nachtrag: Sehrswert sind zwei VIMEO-Filme über die Herstellung der Sonderedition und “wie packe ich diese Sonderedition richtig aus!):


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